In der Supervision wird die berufliche Handlungskompetenz durch angeleitete Reflexion erweitert. Neben dem Überdenken der beruflichen Handlungen unterstützt dieser Prozess die realistische Selbsteinschätzung und erweitert das Bewusstsein für die eigene Rolle und die damit verbundenen Erwartungen. Die Wechselwirkungen der Arbeitsbeziehungen werden erkannt und das Wissen um die Organisation im System vertieft.
Diese Kompetenzerweiterung bezieht sich (mindestens) auf folgende vier Dimensionen:
- Personale Entfaltung (Erweiterung des Wissens über sich und die eigene Wirkung auf andere)
- Beziehungsgestaltung (Kontakt, Begegnung, Harmonie, Konflikt, Lösungen)
- Strukturelle Entfaltung (Rollen, Positionen, Funktionen, Aufgabenbewältigung des Einzelnen in beruflichen System)
- Methodische und instrumentelle Entfaltung (Verbesserung von Kenntnissen und Fertigkeiten hinsichtlich des beruflichen Feldes, Diagnose und Bewältigung von Arbeitsproblemen, Krisenmanagement)
Supervision richtet sich an Einzelpersonen und Gruppen / Teams aller Hierarchiestufen. Ziel ist die Verbesserung der Arbeitssituation, der Arbeitsatmosphäre, der Arbeitsorganisation und der aufgabenspezifischen Kompetenzen. Als lösungsorientierter Ansatz hilft Supervision Distanz zu den Abläufen zu schaffen und die Dynamik in Gruppen und Systemen zu erkennen und zu steuern. Sie schützt dadurch vor Überforderung, destruktivem Konfliktverhalten und spezifischer Blindheit im eigenen Arbeitsumfeld. Supervision ist ein wirkungsvolles Instrument der beruflichen und persönlichen Weiterbildung.
In der Lehrsupervision werden zukünftige Supervisoren und Erwachsenenbildner auf dem Weg zu ihrem Berufsziel begleitet. Sie bringen Fälle aus ihrer beginnenden Tätigkeit zur Reflexion ein und erfahren durch Beobachten, Prozessanalyse und Austausch den Umgang mit verschiedenen Methoden und Interventionen. Gleichzeitig erleben sie, wie Supervision gestaltet werden kann und erhalten ein mögliches Vorbild für das Rollenverhalten als Supervisor.