Zusatzinformationen zur Raucherentwöhnung mit Hypnose
Bei der Raucherentwöhnung in Hypnose wird mit dem Raucher in einem ersten Teil der Behandlung das Umfeld, die medizinische Vergangenheit und die Eignung für eine entsprechende Hypnose-Intervention abgeklärt. Dabei wird auch auf Fragen des Klienten und allfällige Ängste eingegangen (Hypnose ist in der Gesellschaft häufig mit Skepsis verbunden, da unseriöse Bühnenhypnosen ein völlig falsches Bild des Werkzeuges 'Hypnose' hinterlassen haben) und auf eine Auffälligkeit von habituellen oder sypmtomatischen Mustern geachtet.
Dem Klienten wird dabei auch aufgezeigt, dass eine Begleitung zur Rauchabstinenz für den Klienten keine passive Tätigkeit darstellt, sondern der Wille und die Energie für die Veränderung vom Klienten aufgebracht werden muss. Dabei wird auch eine häufige erlebte 'machen Sie mir das Rauchen weg' - Haltung klargestellt: Der Hypnocoach begleitet und unterstützt den Klienten bei dessen eigenem und ganz persönlichen Entwöhnungsprozess, aber die Veranwortung für das Aufhören ist und bleibt beim Klienten. Trotz dieser klar und gelegentlich ernüchternden Tatsachennennung darf sicher auch erwähnt werden, dass dennoch grosse Veränderungen in wenigen Sitzungen erreichbar sind.
Gerade diese erstaunliche Geschwindigkeit der Veränderung gilt es auch näher zu betrachten: Wenn nun ein Klient von 20 Zigaretten pro Tag innert 2 Stunden auf 0 schaltet, hat das für den Körper unterschiedliche Auswirkungen:
- Bei einem Raucher ist der Körper an Nikotin gewöhnt,
d. h. es werden auch entsprechende körperliche Entzugssyptome wahrnehmbar
werden. Diese sind unterschiedlich zu Gewichten. Häufig wird die körperliche
Entzugsproblematik überbewertet, da der Körper diese Sypmtome bereits
nach 30 Minuten ohne Nikotin zeigt. Es gibt wenige derart abhängige Raucher,
dass sie wegen der körperlichen Entzugsypmtomatik keine Langstreckenflüge
machen. Der Drang nach Ferien ist fast immer stärker.
Natürlich gibt es für die körperliche Entwöhung auch rezeptfreie Hilfsmedikamente in der Drogerie oder Apotheke. Aber auch da gilt es klarzustellen: Es sind Hilfsmedikamente -- sie unterstützen den Etwöhnungsprozess des Klienten in Bezug auf körperliche Symptome. Das Aufhören oder besser das 'Nichtwiederanfangen' liegt ganz alleine beim Klienten.
Die Fachmeinungen über eine Empfehlung von medikamentöser Unterstützung bei der Raucheretnwöhnung sind geteilt. Ohne die (beidseitig valablen) Argumente aufzuzählen, kann man von 50 : 50 in der Meinungsverteilung (pro / contra Medikamentenempfehlung für z. B. Nikotinpflaster) ausgehen. - Bei direktem Absetzen der täglichen Nikotindosis
(eben dem Raucherentzug) kann sich die Wirkung von Medikamenten ändern.
Klienten, welche regelmässig Medikamente zu sich nehmen, sollten die
Raucherentwöhnung auch mit einer entsprechenden Fachperson planen. Bei
rezeptpflichtigen Medikamenten ist diese Fachperson eindeutig der Arzt! Die
nachfolgende Liste ist weder eine Empfehlunng, noch eine Anleitung, sondern
soll lediglich für das Thema senisbilisieren:
- Bei regelmässiger Zufuhr von Insulin ist zu beachten, dass die Insulinspritze schneller wirken kann.
- Gewisse Antidepressiva können wegen dem geänderten Soffwechsel heftiger wirken.
- Weil Nikotin die Bronchien erweitert, kann zum Beispiel bei Asthmapatienten eine tiefere Dosierung von Asthmasprays notwendig werden.
Nebst der körperlichen Effekte spielen beim Rauchstopp auch psychologische und psychosoziale Faktoren eine grosse Rolle. Niemand beginnt mit dem Rauchen weil es so gut schmeckt -- auch niemand hat das Problem mit Rauchen aufzuhören (denn am Ende jeder Zigarrette hört man mit dem Rauchen auf, zumindest bis zur Nächsten). Der Veränderungsprozess besteht darin, nicht wieder anzufangen. Dabei gilt zu beachten, dass der Entscheid für einen Rauchstopp häufig in einer Situation von Stabilität und Selbstbestimmung erfolgt. Wenn sich nun das Umfeld verändert (Stress am Arbeitsplatz, Beziehungsprobleme, aufkommende Ängste, Einsamkeit, lange Weile), rückt dadurch auch häufg der Auslöser des Rauchens wieder in gefährliche Nähe. Damit sprechen wir von der Nachhaltigkeit einer Raucherentwöhnung. Diese ist schwer in Zahlen zu fassen, da meistens die Rückfälle kommuniziert werden und nicht die Erfolge. Es ist aber unumstritten, dass die Nachhaltigkeit einer Raucherentwöhnung durch ein paralleles Coaching oder eine gleichzeitig einhergehende psychologische Beratung massiv verbessert wird. Denn eines ist man sich in der Fachwelt einig: Rauchen ist ein Symptom. Und zur Symptomausschaltungen existieren anerkannte Wege (wie z. B. Raucherentwöhnung in Hypnose). Das Ergebnis ist dann aber Symptomfreiheit und nicht (wie manchmal erwartet) Problemfreiheit. Mit anderen Worten: Eine Raucheretwöhnung löst nicht gleichzeitig allfällige tiefere Probleme, welche sich durch das Rauchen manifestieren.